Home Innovative Methode mit mehr als 35.000 Einzelaussagen

Innovative Methode mit mehr als 35.000 Einzelaussagen

Kulturelle Tiefenvermessung notwendig: Im Alltag von Politik und Wirtschaft wird immer deutlicher, dass bestimmte Maßnahmen nicht greifen. Sie werden der Komplexität des Wandels nicht gerecht. Ein Blick auf die in der Tiefe der Gesellschaft wirkenden kulturellen Kräfte zeigt, warum: Zum einen werden Werte und Haltungen oft falsch eingeschätzt bzw. nicht erkannt. Zum anderen lösen bestimmte Begriffe und Wörter bei den Menschen unterschiedliche positive oder negative Assoziationen aus – trotz gleicher Sprache.

Das Zukunftsinstitut und das nextpractice Institut für Komplexität und Wandel haben in einer umfangreichen Untersuchung Deutschland erstmalig einer “kulturellen Tiefenvermessung” unterzogen. Die Studie “Next Germany. Aufbruch in die neue Wir-Gesellschaft” geht den Fragen nach, wie sich die deutsche Gesellschaft entwickelt und welche Zukunftsperspektiven das Land hat. Sie macht die Befindlichkeiten und Werthaltungen mit Blick auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der deutschen Gesellschaft sichtbar.

Die Datengrundlage für diese “Tiefenvermessung” bilden 11 Gesellschaftsstudien, die nextpractice in den vergangenen zehn Jahren mit dem Befragungstool “nextpertizer” (www.nextpractice.com/nextpertizer.html) durchgeführt hat. Es handelt sich um eine spezielle Art der Befragung, bei der nicht nur die bewussten, rationalen Einstellungen und Meinungen der Menschen, sondern auch “tiefer liegende” emotionale Resonanzen und Wertemuster erhoben werden. Das macht es möglich, die im Inneren der Gesellschaft wirkenden kulturellen Muster zu erkennen und zu analysieren. Für “Next Germany” wurden insgesamt 35.000 qualitative Einzelaussagen von 2.850 Personen analysiert. Die Analyseergebnisse wurden mit den Erkenntnissen aus der Forschungsarbeit des Zukunftsinstituts verknüpft.

Stabilität kultureller Muster

Da es sich bei kulturellen Mustern nicht um kurzlebige Meinungen handelt, sondern um die tiefer liegenden, handlungsbestimmenden Werte, sind sie recht stabil und haben sich seit 2010 nur wenig verändert. Natürlich können starke Einflüsse grundsätzlich Veränderungen hervorrufen. Doch hat zum Beispiel die Flüchtlingskrise die grundlegenden Muster nur wenig beeinflusst, wie ein Vergleich von vorher und nachher erhobenen Daten deutlich macht.